Der Knipser

Sumpfschrecke

Stethophyma grossum (Linnaeus, 1758)
 

Nom francais: Criquet ensanglanté

English Name: Large marsh grasshopper
Das englisch Wort „marsh“ kann mit „Sumpf“ oder auch „Moor“ übersetzt werden.
(Das Überschwemmungsland an der Nordsee wird in der deutschen Sprache entsprechend als Marschland bezeichnet.)

Die wunderbare Welt der Heuschrecken können wir in zwei Verwandtschaftsgruppen einteilen: Langfühlerschrecken und Kurzfühlerschrecken.  Das auffälligste Merkmal zur Unterscheidung der beiden Gruppen sind die Fühler. Wie es der Name schon sagt, sind die Fühler der Kurzfühlerschrecke deutlich kürzer als der Köper. Bei den Langfühlerschrecken hingegen sind die Fühler deutlich länger als der Körper.

 

Schau dir z.B. „Die Zärtliche“ an. Ein weiteres Merkmal ist die Position der Höröffnung, die sich bei den Langfühlerschrecken am Knie der Vorderbeine befindet, bei den Kurzfühlerschrecken hingegen an der Seite, oberhalb des mittleren Beinpaares. Es gibt noch zahlreiche weitere Unterscheidungsmerkmale zwischen den beiden Gruppen, darunter auch die Art und Weise, wie die Lauterzeugung erfolgt.

Viele Kurzfühlerschrecken streichen zur Lauterzeugung mit ihren von Dornen besetzten Hinterbeinschienen über die Flügel. Dabei entstehen kürzere oder längere Rasselgeräusche z.B. srrr -srrrt oder  srrrsrrrsrrsrr. Die Sumpfschrecke hat jedoch eine andere Methode entwickelt: Sie erzeugt bis zu 15 Meter weit hörbare, knipsende Laute, indem ein Hinterschenkel angehoben und dann die Beinschiene ruckartig nach hinten geschleudert wird. Dabei ratschen die Enddornen der Schienen über die Flügel und heraus kommt dabei ein Knipsen.


Ich bilde mir ein, dass ich mich mit Heuschrecken unterhalten kann. Ziemlich sicher, dass das manchmal gelingt, bin ich mir bei der Sumpfschrecke. Während das Nachahmen von Rassel-Geräusch nicht ganz einfach ist und eine Grundvoraussetzung für den Erfolg die perfekte Beherrschung des rollenden R´s  ist, könnt ihr das knipsende Geräusch der Sumpfschrecke leicht imitieren. Ihr müsst dazu nur das Fingernagelknipsen beherrschen. (siehe Video).
 

Sumpfschrecken leben, wie es der Name schon sagt, in feuchten Gebieten, im Biosphärenreservat vor allem auf Sumpfdotterblumen-Wiesen. Die erwachsenen Tiere ertragen die Trockenheit im Sommer sehr gut. Besonders empfindlich sind dagegen die Eier und die Larven der Sumpfschrecken, diese benötigen eine permanent feuchte Umgebung.
In manchen Gegenden Deutschlands ist die Sumpfschrecke selten geworden, so auch in der vom Ackerbau geprägten Vorderpfalz. Hier kommt sie  fast nur noch in Naturschutzgebieten vor. Dort wie auch im Biosphärenreservat ist sie darauf angewiesen, dass es weiterhin Feuchtgrünland gibt, das entweder gemäht oder beweidet wird.

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